Dias und Negative schnell digitalisieren

 

Vorteile

Die Vergrößerer-Lösung bietet den entscheidenden Vorteil, dass die Vorlagen (Negative als auch Positive) auf der Filmbühne frei positioniert werden können. Bei dem hier verwendeten Gerät ist die Filmbühne 60x90mm groß. Somit kann eine Vielzahl gängiger Filmformate eingelegt und digitalisiert werden.
Zum Beispiel: 16x24mm / APS-Film (24mm Film) / 24x36mm (Typ 135 KB-Film) / 28x28mm (Typ 126 Instamaticfilm) / 40x40mm (Typ 127 Rollfilm) / 60x45mm (Typ 120 und 220 Rollfilm) / 60x60mm / 60x70mm / 60x90mm / Typ 620 Rollfilm.

Gebogene/ wellige Filme können ein großes Ärgernis sein, da das Einlegen und korrekte Fokussieren solcher Vorlagen kompliziert ist. Dank der Buchbildbühne besteht das Problem nicht. Diese stellt durch gleichmäßige Anpresskraft die Planlage des Films sicher. Ist die Buchbildbühne zusätzlich einseitig mit Anti-Newtonglas ausgestattet, wird die Bildung Newtonscher Ringe effektiv unterdrückt.

Je nach Qualität und Erhaltungszustand der Vorlagen, kann die Filmbühne alternativ mit standardisierten glaslosen Formatmasken ausgestattet werden. Somit liegen zwischen der Vorlage und Objektiv keine Glas-Luft-Brüche mehr im optischen Weg, während die Formatmaske für die optimale Filmführung sorgt.

 

Hohe Qualität

Der Reproständer sorgt für eine stabile und planparallele Lage der Kamera.

Perfekte Ausleuchtung: insbesondere bei Vergrößerern, die für größere Formate ausgelegt sind, ist die Ausleuchtung des Kleinbildformats hervorragend.

Stabile Farbtemperatur, vor allem wenn Vergrößerer mit Halogen-Lichtquelle eingesetzt werden.

Vorteilhafte Lichtintensität: das Sucherbild ist hell genug zum manuellen Fokussieren, aber noch nicht so hell, dass das Auge geblendet wird. Bei mittleren Blendenwerten resultieren kurze Belichtungszeiten (1/100s und kürzer), die eventuelle Verwacklungsunschärfen minimieren.

Es gibt kein "umploppen" des Dias, wie bei Diaprojektoren, die nach wenigen Sekunden eine erneute Fokussierung notwendig macht. Der Grund ist, dass die Installation im Gegensatz zum Diaprojektor keine nennenswerte Erwärmung der Vorlage erzeugt.

Für eine Steigerung der Auflösung genügt es ein höherauflösendes Kameragehäuse oder Objektiv einzusetzen.

Moderne DSLRs sind in der Lage den gesamten Kontrastumfang eines Dias/ Negativs zu erfassen. Bei Bedarf können Belichtungsreihen für die separate Erfassung der Lichter und Tiefen angefertigt werden.

 

Workflow Vorteile

Das Verfahren ist sehr schnell: mit etwas Übung können bis zu 1.000 Vorlagen an einem Tag in sehr hoher Qualität digitalisiert werden.

Die Dias / Negative sind Unikate und müssen für den Digitalisierungsvorgang nicht versendet und nicht aus der Hand gegeben werden.

Das Verfahren kann ebenso für Positive (Farbdiafilme) als auch für Negative (Schwarzweiss- und Farbnegativfilme) eingesetzt werden.

Das manuelle Drehen der Dias ins Querformat bedeutet hier keinen extra Aufwand (vgl. Diaprojektor-Lösung), da alle Dias sowieso manuell und korrekt ausgerichtet (Querformat) auf die Filmbühne gelegt werden müssen. Bei der Gelegenheit können diese mittels Blasebalg vom eventuellen Staub befreit werden.

Die für die Installation notwendigen Komponenten können im Fotozubehör gekauft werden, es muss nichts gesägt, geklebt oder auf sonstige Art und Weise gebastelt werden.

 

Finanzielle Vorteile

Das notwendige DSLR Kameragehäuse stellt in der Regel die teuerste Komponente der Installation dar und ist häufig bereits vorhanden.

Hochwertige Vergrößerer sind günstig auf dem Gebrauchtmarkt zu finden.

Makroobjektive sind relativ wertstabil und können nach abgeschlossener Digitalisierung ohne großen Wertverlust wieder verkauft werden.

Alternativ kann sich das Makroobjektiv nach abgeschlossener Digitalisierung in anderen Bereichen als nützlich und interessant erweisen, z.B. für die Erforschung der Makrofotografie.

 

Weitere Vorteile

Prinzipiell ist es sogar möglich, mit demselben Verfahren auch völlig ausgefallene Formate, wie z.B. die runden Kodak Disc Filmpatronen zu digitalisieren. Die Digitalisierung dieser Vorlage gestaltet sich normalerweise ausgesprochen schwierig. Das runde Filmträgerformat ist wenig verbreitet, Kodak stellte die Produktion 1988 ein. Es kann weder von den üblichen 35mm, noch von Mittelformat-Filmscannern verarbeitet werden. Nur wenige Speziallabore können diese Formate verarbeiten. Da die Filmbühne zu drei Seiten hin offen ist, kann ein Teil des Negativs problemlos herausgucken, während das in der Mitte liegende Bild abfotografiert wird. Es bietet sich an, die Masken an das Bildformat 8x11mm anzupassen, um unerwünschtes Streulicht abzublenden. Das Kodak Disc Filmmaterial ist auf einem breiten Trägerring montiert. Dieser ist zu breit, um in die Filmbühne eingelegt zu werden. Möchte man darüber hinaus eine korrekte planparallele Lage der Negative sicherstellen, sollte das Filmmaterial entsprechend vorsichtig von dem breiten Trägerring herausgetrennt werden.

APS-Filme können auf die gleiche Art und Weise digitalisiert werden. Die einzige zu überwindende Hürde bei APS-Filmen, ist das Öffnen der Filmkassette, was sich aber mit ein wenig Geschick bewerkstelligen lässt. Es empfiehlt sich außerdem, die Filmstreifen plan und nicht aufgerollt aufzubewahren.

Mit Panoramakameras erlebt der Analogfilm eine gewisse Renaissance. Die Kameras verwenden meist den weit verbreiteten 35mm Kleinbildfilm, belichten allerdings sehr ungewöhnliche Formate. Die Hasselblad XPAN, XPAN II Panoramic Camera und Fuji TX-1 liefern Beispielsweise ein 24x65mm großes Aufnahmeformat. Die Horizon 202 und S3pro von Zenit, ihr Vorgänger Horizont von KMZ und die Widelux F6, F7 und F8 liefern 24x58mm und die Noblex 135 24x66mm große Vorlagen. Diese sind sehr schwer zu digitalisieren und können von den wenigsten Laboren und Scannern verarbeitet werden. Sofern der Vergrößerer mit einer Filmbühne ausgestattet ist, die 60x70mm große Vorlagen aufnehmen kann, ist die Digitalisierung auch dieser Panorama-Formate in hoher Qualität problemlos möglich.

Darüber hinaus ist es mit dem Aufbau möglich, auch 110er Pocketfilm und 8x11mm Minox Kleinstbildfilm zu digitalisieren, wie sie z.B. in miniaturisierten Spionagekameras verwendet wurden. Der erforderliche Abbildungsmaßstab ist enorm groß, so dass an der Stelle nicht ein Makroobjektiv, sondern ein Microobjektiv (Maßstab 1:1 bis 3:1) eingesetzt werden sollte.

Lediglich das mit 24x110mm enorm breite Aufnahmeformat der Krasnogorsk FT-2 erfordert den Einsatz einer Großformat-Buchbildbühne mit mindestens 12cm Breite und eines entsprechend großdimensionierten Vergrößerers, um die Vorlagen "am Stück" digitalisieren zu können.

 

Nachteile

Was die gezeigte Lösung nicht anbieten kann, ist eine hardwaremäßige Staub- und Kratzerentfernung, wie sie von einigen Filmscannern angeboten wird. Für diese Technik ist eine Infrarot-Abtastung der Vorlagen notwendig. An der Stelle sei erwähnt, dass die hardwaremäßige ICE/FARE Staub- und Kratzerentfernung der Filmscanner nur für Farbnegative anwendbar ist und in Verbindung mit Schwarzweißfilmen wegen der andersartigen Beschaffenheit der Filme nicht funktioniert. Ferner kann die Staub- und Kratzerentfernung ein geringfügig weicheres Bild erzeugen und die Scanzeit deutlich verlängern.

Bei der Vergrößerer-Lösung können die Vorlagen statt dessen vor dem Abfotografieren mit einem Blasebalg / Luftpinsel kurz angepustet werden, was zumindest einen Großteil der eventuellen Staubkörnchen entfernt.

Die Vorlagen müssen von Hand auf die Filmbühne gelegt werden. Eine vollautomatisierte Stapelverarbeitung, wie von einigen High-End Scannern angeboten, ist nicht möglich.

Möglicherweise bietet die Diaprojektor-Lösung mehr Potenzial, was die Verarbeitungsgeschwindigkeit angeht. Allerdings müssten hier einige der erwähnten Probleme gelöst werden und die Digitalisierung beschränkt sich auf gerahmte 24x36mm Diapositive.

 

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