Dias und Negative schnell digitalisieren

 

Direktes Abfotografieren mit einer DSLR

Das Ziel ist eine Installation, die nicht nur eine hohe Verarbeitungsgeschwindigkeit, sondern zeitgleich die größtmögliche Bildqualität liefert.

Die Ansprüche an die Qualität der digitalen Bilder wachsen heutzutage genauso schnell wie die Bildschirmdiagonalen.

Meine Idee ist nun die Reduktion der Installation auf die mindestens notwendigen Komponenten:

a) Ein optischer Aufbau mit möglichst wenig Störelementen und Glas-Luft-Brüchen.
b) Einen Chip bzw. Sensor, der in der Lage ist ein Bild schnell zu erfassen.
c) Eine Lichtquelle mit geeigneter Lichtintensität, Farbtemperatur, Farbspektrum und gleichmäßiger Ausleuchtung.

Das kann erreicht werden mit:

a: Einem Makroobjektiv,
b: dem Sensor einer DSLR,
c: und einem Vergrößerungsgerät.

 

Der Aufbau

Der Aufbau ist denkbar einfach: Die Kamera wird mit einer geeigneten Optik ausgestattet, mit der das Dia formatfüllend abfotografiert werden kann. Als Lichtquelle dient in dem hier gezeigten Beispiel ein modular aufgebauter Vergrößerer, Modell: Kaiser VPM 9005 (SYSTEM-V).

Die Beleuchtungseinheit wird abmontiert und in umgekehrter Position auf die Projektionsfläche gelegt. Die Beleuchtungseinheit hat eine Aufnahme für die Filmbühne.

Besonderen Komfort bietet ein Reproarm, der statt des Vergrößerungskopfes auf der Führungssäule montiert werden kann. Hier wird die Kamera befestigt.

 

Die Filmbühne wird mit der entsprechenden Formatmaske für Dias ausgestattet. Es sollten ein paar Zentimeter Abstand zwischen der Vorlage und der darunterliegenden Mattscheibe liegen, damit eventuelle Verschmutzungen, Unebenheiten oder Strukturen letzterer nicht von der Schärfentiefe erfasst werden.

 

Es bietet sich an, die Bilder mittels Tethering (sofern von der Kamera angeboten) direkt auf den Rechner zu übertragen, um das Ergebnis sofort in hoher Auflösung kontrollieren zu können. Alternativ kann die Kontrolle am Kameradisplay mittels Bildschirmlupe erfolgen, die Daten ganz normal auf der Speicherkarte geschrieben und später auf den PC übertragen werden.

 

Benötigte Komponenten

- DSRL
- Makroobjektiv
- Vergrößerungsgerät
- Reproarm
- Fernauslöser (Alternative: Selbstauslöser)
- Starker (Talk-freier!) Blasebalg
- Baumwoll-Handschuhe

 

 

Tipps

Die Vorlage wird "von hinten" beleuchtet, es sollte also für die Kamera seitenrichtig zu sehen sein. Die glatte Seite zeigt in Richtung Kamera, die Rückseite mit der reliefartigen Struktur „nach hinten“ zur Lichtquelle.

Die Vergrößerer leuchten das KB-Format sehr gut aus. Vor allem wenn das Gerät auch für größere Negativformate als 36x24mm geeignet ist, gibt es hier reichliche Reserven bei der Ausleuchtung - es gibt praktisch keinen Helligkeitsabfall zum Rand.

Einfache Vergrößerer verfügen über eine Opallampe und eine Mattscheibe, bessere Geräte verfügen über eine Halogenlampe, die mehr Licht und ein besseres Farbspektrum abgibt (dazu später mehr). Einige hochwertige Geräte verfügen zusätzlich über einen stabilisierten Trafo.

Sollte die Lichtintensität tatsächlich einmal zu hoch sein, verfügen einige Vergrößererköpfe über ein spezielles Dichtefilter. Dieses reduziert stufenlos einen Teil der Lichtstrahls der Halogenlampe, statt diese zu dimmen und die Farbtemperatur zu ändern. Somit bleibt die Farbtemperatur konstant.

Die resultierende Qualität hängt maßgeblich vom verwendeten Objektiv ab. Um höchstmögliche Qualität zu erreichen, habe ich bei meinem Versuchen ein Dutzend Objektive ausprobiert, um das Ideal zu finden. Dazu mehr im Objektiv-Teil.

Weniger kritisch sind die anderen Komponenten. Prinzipiell kann statt des Vergrößerers auch ein Blitzgerät als Lichtquelle eingesetzt werden. Hier gestalten sich die Wahl des Bildausschnitts und das Scharfstellen schwieriger, ferner muss eine Mattscheibe gebastelt werden.

Die Kamera darf bei Makroaufnahmen nicht verwackeln. Wenn keine stabile Führungssäule mit Reproarm zur Verfügung steht, reicht auch ein gutes Stativ. Da bereits kleinste Vibrationen das Ergebnis negativ beeinflussen können, ist es sinnvoll einen Kabelfernauslöser und die 2-Sekunden-Spiegelvorauslösung zu nutzen.

Je mehr Gedanken man sich über den Aufbau im Vorfeld macht, desto mehr Qualität und Zeit kann beim zukünftigen Workflow gewonnen werden. Einige Testsläufe sind unvermeidbar.

Es lohnt sich mehrere Akkus bereit zu halten und diese im Rotationsverfahren zu laden und einzusetzen.

Streulicht vermeiden! Der Bereich um das Dia herum sollte dunkel sein, damit das Objektiv nicht unnötig geblendet wird (Kontrastabnahme) und damit die Belichtungsmessung nicht verfälscht wird. Die Zimmerbeleuchtung sollte nicht all zu hell sein, damit sich nichts auf der glatten Filmoberfläche spiegelt.

 

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