Dias und Negative schnell digitalisieren

 

Klassische Methoden

 

Scan-Service

Grundsätzlich kann die Digitalisierung entweder unter Einbeziehung eines externen Dienstleisters oder komplett in Eigenarbeit erfolgen.

Sollen die Dias durch ein Fachlabor digitalisiert werden, erzeugt die Digitalisierung beim Anwender praktisch keinen Aufwand. Die Fachlabore verfügen über das notwendige Know-How und liefern eine sehr hohe Qualität.

Bei geringen Mengen (unter 10 Filme) ist ein Scan-Service die erste Wahl!

Bei großen Diasammlungen bleiben die Leistungen der Fachlabore für Privatanwender, trotz eventueller Mengenrabatte, immer noch unbezahlbar.
Das Digitalisieren von 10.000 KB-Dias, ich der von mir gewünschten Qualität, würde gegenwärtig mindestens 2.500,00 Euro kosten. Mit Zusatzoptionen wie Kratzerreduzierung oder Kornglättung entsprechend mehr.

Hochwertige Scans meiner Mittelformat-Dias würden sogar mit mindestens 2,00 Euro pro Bild zu Buche schlagen. Ohne Zusatzoptionen und ohne das Brennen auf CD.

Ein weiterer nicht zu verachtender Faktor ist die Tatsache, dass die Dias für den Digitalisierungsvorgang aus der Hand gegeben werden.

Entfernte Labore verlangen die Zusendung des zu digitalisierenden Materials per Post oder die Abgabe in einem Fotogeschäft. Die Gefahr, dass dabei unwiederbringliches Material verloren geht, trägt selbstverständlich der Anwender. Das Filmmaterial, insbesondere Dias, sind Unikate. Im Gegensatz zu Farbnegativen existieren von Dias in den allermeisten Fällen noch nicht einmal Abzüge, auf die man im Notfall zurückgreifen könnte.

Zwischenfazit

Aus Sicherheits- und Kostengründen kam für mich die Inanspruchnahme von Scan-Services nicht in Frage.

Kosten: sehr hoch
Qualität: sehr hoch
Zeitaufwand: entfällt

 

Flachbettscanner

Im privaten Umfeld sind Flachbettscanner am weitesten verbreitet.

Während die Software, die allgemeine Handhabung und die Scangeschwindigkeit für das Scannen von Aufsichtsvorlagen (Fotos, Papierabzüge) mittlerweile sehr gut sind, sind nur wenige Geräte für das Scannen von Durchsichtsvorlagen (Dias, Negativstreifen) geeignet.

Man könnte theoretisch im Fotogeschäft von jedem Dia je einen Abzug erstellen lassen und dann in Eigenarbeit einscannen, das ist allerdings noch wesentlich teurer als jeder Scan-Service und wesentlich zeitaufwändiger, da die Fotos noch eingescannt werden müssen. Die resultierende Qualität (verminderte Qualität durch die maschinelle Entwicklung) ist bestenfalls mittelmäßig. Ferner produziert man dabei eine Unmenge von unnötigen Papierabzügen – das ist kein gangbarer Weg.

Zwischenfazit

Kosten: sehr hoch (Papierabzüge von jedem Dia notwendig)
Qualität: unteres mittel
Zeitaufwand: sehr hoch

Besser: Flachbettscanner mit Durchlichteinheit

 

Flachbettscanner mit Durchlichteinheit

Einige Flachbettscanner sind in der Lage Durchsichtsvorlagen (Dias, Negativstreifen) zu scannen. Die tatsächliche physikalische Auflösung der Flachbettscanner liegt meist bei 300dpi, bei besseren Geräten bei 600dpi, was für Aufsichtsvorlagen (Fotos, Zeitungsausschnitte) vollkommen ausreichend ist.

 

Vereinfacht gesagt: ein Dia beinhaltet pro Fläche wesentlich mehr Informationen als ein Papierabzug, insofern muss es mit einer wesentlich höheren Auflösung abgetastet werden. Flachbettscanner verwenden bei Durchsichtsvorlagen dieselbe optische Vorrichtung, wie bei Aufsichtsvorlagen. Lediglich die Beleuchtung wird über eine separate Lichtquelle realisiert. Die hohen Auflösungen von 1.600 oder gar 19.200dpi, die in den Werbeunterlagen suggeriert werden, erreichen die Geräte lediglich durch softwaremäßige Simulation, d.h. die Datei wird künstlich hochskaliert, was der Bildqualität keinesfalls zuträglich ist, sondern nur die Dateigröße aufbläht. Die physikalische Auflösung bleibt bei 300, bestenfalls bei 600dpi. Hinzu kommt, dass die Scandauer mit höheren Auflösungen extrem zunimmt.

Ultrakompakte Flachbettscanner arbeiten darüber hinaus mit LED-Technik statt Leuchtstofflampen. Das LED-Licht weist Lücken im Farbspektrum auf und erzeugt Farbabrisse, was besonders in Grauverläufen oder Histogrammen sichtbar gemacht werden kann.

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Hier wurde ein und dasselbe Referenzbild mit einem LED-Scanner (Canon LIDE50) und zum Vergleich mit einem konventionellen Scanner (Canon 8400F) mit Kaltkathoden-Fluoreszenzlampe eingescannt. Das mit dem LED-Scanner eingescannte Bild zeigt einen deutlichen Farbabriss zwischen Blau und Violett und keinen sauberen Grauverlauf.

Zwischenfazit

Diese Hardware reicht für eine hochwertige Digitalisierung des Kleinbildformats nicht aus.

Kosten: niedrig
Qualität: mittel
Zeitaufwand: sehr hoch

Besser: spezielle Filmscanner

 

Filmscanner

Filmscanner sind speziell für das Digitalisieren von Durchsichtsvorlagen konzipiert. Mehr können diese Geräte nicht, dafür ist die erreichbare Qualität ist in der Regel deutlich höher als mit Flachbettscannern. Die resultierende Qualität hängt stark vom verwendeten Gerät ab. Sehr hohe Qualität ist nur in Verbindung mit entsprechend guter Scan-Software und Geräten ab dem oberen dreistelligen Euro-Bereich zu erzielen.

Dennoch haben alle diese Geräte einen entscheidenden Nachteil: der Scanvorgang ist sehr langsam und nimmt mehrere Minuten pro Foto in Anspruch.

Als Vorteil sind hier automatische Reparaturfunktionen (IR-Staub- und Kratzerentfernung) nicht von der Hand zu weisen. Diese können sinnvoll eingesetzt werden, jedoch wird die Scandauer dadurch verdoppelt oder verdreifacht.(!)
Darüber hinaus können nur die allerwenigsten Modelle unbeaufsichtigt arbeiten, da stets neues Bildmaterial nachgeschoben werden muss. Man ist ferner dazu verleitet die Bilder schon beim Scanvorgang zu optimieren und zu bearbeiten, was zusätzlich Zeit in Anspruch nimmt.

Geräte mit automatischem Transport ganzer Diamagazine liegen im vierstelligen Euro-Bereich. Sobald Dias im Hochformat vorliegen, ist auch diese Technik machtlos. Die Dias müssen vor der Digitalisierung von Hand ins Querformat gedreht werden.

Filmscanner sind eine sehr teure Investition, da sie nur für diesen einen seltenen und speziellen Zweck eingesetzt werden können. Was soll später mit dem Gerät geschehen? Nach der Digitalisierung werden die Geräte häufig gar nicht mehr benötigt, also landen sie relativ schnell bei Ebay. Hat man später festgestellt, dass bei der Digitalisierung ein Fehler aufgetreten ist, oder man möchte einfach einen weiteren Analogfilm verschießen und digitalisieren, muss das Gerät natürlich jahrelang behalten und einen hohen Wertverlust in Kauf nehmen.

Im Gegensatz dazu, können Spiegelreflexkameras beispielsweise nicht nur als "Dia-Digitalisierer", sondern weiterhin als ganz normale Fotokameras eingesetzt.

Von Filmscannern im zweistelligen Euro-Bereich mit Phantasie-Angaben bei der Auflösung kann ich aufgrund der mangelhaften Qualität, einer noch längeren Scandauer und oftmals umständlichen Handhabung (schlechte Software) nur abraten. Die resultierende Qualität liegt im Bereich guter Flachbettscanner mit Durchlichteinheit, also relativ niedrig.

Zwischenfazit

Bei kleinen Bildmengen und allerhöchsten Ansprüchen ist ein hochwertiger Filmscanner sicherlich der einzig richtige Weg. Bei tausenden Bildern muss eine andere, schnellere Lösung her, denn: ich möchte nicht mein halbes Leben mit dem Scannen verbringen!

Kosten: sehr hoch (je nach Gerät)
Qualität: sehr hoch
Zeitaufwand: sehr hoch

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